Mittwoch, 5. Dezember 2012

"WER NICHT WILL, DER HAT SCHON." - Ein Antrag auf mehr Geld für freie Kunstprojekte im Frankfurter Kulturauschuss. und keiner geht hin.

Unlängst gab es da so eine Idee: Wir (d.h. zwei KünstlerkollegInnnen und ich), bereiten einen Antrag für den Kultur-Ausschuss der Stadt Frankfurt vor. Die Summe der Fördermittel für Freie Projekte soll von 70.000 auf 500.000 Euro im Jahr erhöht werden (Es bewerben sich immer ca. 50 Personen)

Das klingt gut. Mehr Geld ist immer gut. Das Problem ist nur, dass drei Personen zu wenig sind, um auf die Mitglieder des Kultur-Ausschusses einen nachhaltigen Eindruck zu machen. Drei einzelne KünstlerInnen wirken nicht gerade wie eine geballte Repräsentations-Macht. Bis dato sind das aber eben nur wir drei. Weitere Beteiligte müssten aquiriert und überzeugt werden, mit ins Boot zu kommen. Das müssten wir tun.

Aber:
ehrlich gesagt ist mir klargeworden, dass ich überhaupt nicht die geringste Lust habe, mich (zu dritt) für eine amorphe Masse von KünstlerInnen einzusetzen, von denen der Großteil mir mit seiner/ihrer Ignoranz und Nicht-Engagement und Elfenbein-Turm-gehabe eigentlich nur auf die Nerven geht! Leute, die sich über unser Engagement lustig machen; die mich belächeln, wenn ich von der letzten OCCUPY-DEMO erzähle (falls sie überhaupt wissen, was das ist.) Leute, die glauben, sie seien freie, autarke KünstlerInnen, welche sich außerhalb des Systems bewegen. Leute, die nicht merken, dass sie mit ihrem Verhalten – stets flexibel, stets mobil, stets genügsam und bereit, für wenig und kein Geld zu arbeiten – genau dies System UNTERSTÜTZEN. Natürlich wollen wir nicht behaupten, dass wir drei die einzigen sind, welche sich für "Prekariat" und verwandte Themen interessieren. Aber insgesamt ist der Prozent-Satz derjenigen doch eher gering.

BOUTIQUE VRENI GEFÄLLT DAS NICHT.

Und deswegen hat BOUTIQUE VRENI auch keine lust mehr auf diesen Antrag.

... und schlägt stattdessen folgenden Antrag für den Kultur-Ausschuss vor:

"Herabsetzung des Betrages der Kunst-Förderung von 70.000 euro auf 0 euro. Begründung: KünstlerInnen können keine Sonderrolle einnehmen, sondern sollen sich den gleichen marktwirtschaftlichen Bedingungen unterwerfen wie alle anderen auch."


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Dieser Antrag läuft auch unter dem Arbeitstitel: SCHRANK-STIPENDIUM reloaded.
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Sie fragen sich, was denn Himmels Willen ein SCHRANK-STIPENDIUM ist? Gucken Sie mal hier

Kommentare:

  1. Hallo Verena,
    gut, daß Du das öffentlich machst. Ich kann Deinen Unmut nur gut verstehn. Mir geht es nicht anders. Warum sich länger engagieren?

    Vielleicht sollten wir hier noch auf den Vorgang hinweisen:

    http://boutiquevrenitm.blogspot.de/2012/12/wer-nicht-will-der-hat-schon-ein-antrag.html

    Grüße
    Stefan

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  2. um diesen antrag gings:
    http://www.thing-frankfurt.de/content/2012/mehr-geld-fuer-kuenstlerinnen-antrag-der-piraten

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