Samstag, 28. November 2015

Kunst. Ohne Geld? Hm.

Unlängst waren wir bei so einer Veranstaltung, Teil einer Reihe mit dem Thema "Frauen und Kunst". Da gab`s ein Podiums-Gespräch mit zwei Künstlerinnen. Und gegen Ende stellte jemand aus dem Publikum die These zur Diskussion, dass "Kunst-Szenen" um so spannender würden, je weniger Geld ( in Form von Förderungen etc.) im Spiel sei. So nach dem Motto: "Prekäre Lebensumstände befeuern die Kreativität".

Und dann merkte eine der Künstlerinnen auf dem Podium an, ja, da hätte ja zum Beispiel jemand eruiert, aus welchen europäischen Ländern im Augenblick die interessantesten Filme kämen. Und das sei nämlich Griechenland.

Und dann dachte ich mir: "Sieh an. Vielleicht ist die Austeritätspolitik der EU doch nicht so übel. Immerhin führt die zu mehr Kreativität. Und der Wolfgang Schäuble, das ist im Grunde ein großer Freund der Künste und der Kultur. Ist doch bekannt, dass Menschen faul und dumm sind: sobald sie genügend Geld zur Verfügung haben, machen sie nix mehr. Bzw. nur noch angepassten Mainstream. Total logisch. das ist Fakt!"

Daher bin ich jetzt dafür, dass jegliche Honorierung von künstlerischen und kulturellen Tätigkeiten ab sofort einzustellen ist! Dann klappt`s auch wieder mit der Kreativität! Not macht bekanntlich erfinderisch! Und Geld hat bekanntlich dämonische Kräfte, und korrumpiert Menschen sofort!


***

… Ach, ja. Ich weiß. Sarkasmus ist auf Dauer auch nicht zielführend. Obwohl ich sehr dafür bin. Für Sarkasmus. Wofür ich nicht so bin, ist Zynismus. Und für sehr zynisch halte ich es durchaus, ein Land wie Griechenland, welches durch völlig idiotische Sparmaßnahmen ins ökonomische Elend gestürzt wurde, als Beispiel zu nehmen für eine positive Befeuerung kulturellen Schaffens. Das ist nämlich einfach neo-liberaler Bullshit. Oder einfach eine ganz bürgerlich-romantizistische Vorstellung von "Kunst".
Das ist auch völlig unlogisch. Wenn ich die ganze Zeit mit meiner prekären Situation beschäftigt bin, bleibt mir nur noch sehr wenig Muße, um mich mit künstlerischen Dingen zu beschäftigen. Weil ich dann nämlich nur noch Dinge tue, gerade dann, die sich verkaufen lassen, die marktkonform sind. Weil: ich brauche ja Geld. Für so läppische Dinge wie Miete. Strom. Heizung. Lebensmittel. Sie wissen schon. Grundbedürfnisse halt. Vielleicht mache ich dann auch noch ein wenig "Kunst". Aus Verzweiflung. Um mit der Prekarität fertig zu werden.

Aber das ist natürlich eine moralische Kategorie. Die kann *man vernachlässigen, wenn es um "spannende Kunstszenen" geht.

Nur: was wollen wir denn eigentlich. So im Leben. Wollen wir "spannende Kunstszenen"? Oder wollen wir "ein gutes Leben für alle"? Ein Leben ohne existenzielle Nöte? Müsste ich wählen, dann würde ich "DAS GUTE LEBEN FÜR ALLE" wählen. Da sind die "spannenden Kunstszenen" dann eh mit drin.

Die Annahme, dass ein Verzicht auf Geld/Honorierung ein Weg sei, sich aus dem System der Verwertung zu entziehen, diese Annahme halte ich für, gelinde gesagt, naiv. Denn dieser Weg stellt erst mal gar nichts in Frage. Sondern unterstützt das System. Das Wort heißt "Selbstausbeutung". Da lacht der Neo-Liberalismus. Und bedankt sich.

Stattdessen möchte ich mal über "Geld" nachdenken. Und was das eigentlich sein kann, jenseits von "Gier", von "Verwertungs-Logik", von "Wert an sich", von "Dämonie". Kann "Geld" nicht auch etwas anderes sein? Im Grunde ist es ja erstmal ein nützliches Tauschmittel. Was wir daraus machen, und wie wir es bewerten, ist eine andere Frage. "Geld" kann Energie sein. "Geld" kann Grundsicherheit bereitstellen. Dann muss ich nicht mehr darüber nachdenken, ob ich meine Miete noch zahlen kann. Dann kann ich mich ein bisschen entspannen.

Ja, und wo lande ich dann wieder? Beim BEDINGUNGSLOSEN GRUNDEINKOMMEN FÜR ALLE. Genug Geld. Ein "genug" muss sein. Zuviel davon ist auch nichts, klar. Aber zuwenig schon mal gar nicht.

[ Und: ich HASSE den Begriff "spannend". Sagt`s doch einfach: "das find ich total super." ]

Donnerstag, 16. Juli 2015

"NEIN" IST DAS NEUE JA. #OXI

OXI heißt "nein"."nein" zu einer menschenverachtenden und sogar unter rein ökonomischen Spar-Politik.
"nein" zu einer POLITIK DER ANGST.
"nein" zu einer POLITIK DER ALTERNATIV-LOSIGKEIT.

OXI heißt "ja".
"ja" zu EUROPA.
"ja" zu einem GUTEN LEBEN FÜR ALLE.
"ja" zu einer ganzheitlichen CARE-ÖKONOMIE.


Einige Bilder von der Kundgebung "#THISISACOUP-protest" am Mittwoch, den 15. Juli 2015 in Frankfurt/Main an der "HAUPTWACHE" (Innenstadt):








Freitag, 15. Mai 2015

25 JAHRE ALTER TECHNO.

NEULICH waren wir übrigens beim MRT, wegen dem Knie.
Und das klang so ähnlich da. Nur ein bisschen abwechslungsreicher.

Freitag, 17. April 2015

DEMOKRATIE / ÜBERBEWERTET


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Francis und Claire Underwood [ verkörpert von Kevin Spacey und Robin Wright ] sind die Protagonist*innen der US-Amerikanischen TV-Serie „House of Cards“. Hier werden Macht und „Politik“ auf sarkastische Weise seziert. Und die Bösen werden nicht bestraft.

Freitag, 27. März 2015

EILMELDUNG: ZWANGSRÄUMUNG BERLIN

EILMELDUNG:

"ZWANGSRÄUMUNG BERLIN – nach neuesten Presseberichten werden sämtliche in Berlin ansässigen Kulturschaffenden und Kreativen aufgefordert, die Hauptstadt bis Ende April zu verlassen. Die freigesetzten Immobilien werden von Investoren in hochwertige Eigentumswohnungen und Ferieneinheiten umgewandelt. Ein Teil der Fläche soll für die Olympischen Spiele umgenutzt werden. "Auch über einen weiteren Hauptstadt-Flughafen denken wir nach!", meint zuversichtlich Harmut Z., Mitglied im Magistrat und in den Aufsichtsräten diverser multinationaler Bau-Unternehmen.

Für die betroffenen Kulturschaffenden stellt die Situation eine Herausforderung dar. Allerdings sei man dies ja gewöhnt, meint Laura F., Absolventin der Kunsthochschule Weissensee: „Wir Künstler leben ja generell prekär, so ist das nun Mal. Wir wussten ja vorher, dass man in diesem Bereich nicht reich werden kann, und immer flexibel bleiben muss."

… und ein bisschen stolz zeigt sich die Künstlerin dann doch auch: immerhin hätten sie und ihre Kollegen mit ihrer Tätigkeit doch maßgeblich zur Aufwertung der Bundeshauptstadt beigetragen!
"Außerdem haben meine Eltern eine Eigentums-Wohnung in Hannover. Zieh` ich halt jetzt da hin!"

Na dann: noch viel Spaß beim Kreativ-Sein!

Freitag, 20. März 2015

EIN SONNIGER FRÜHLINGSTAG - BLOCKUPY 18. MÄRZ 2015 IN FFM

Jetzt kommen ganz viele Bilder:
Meine Eindrücke aus Frankfurt/Main vom 18. März 2015 anlässlich der BLOCKUPY-Proteste. 

Alle sich nicht in Frankfurt aufhaltenden Menschen müssen aufgrund der teils sehr einseitigen Medien-Bericht den Eindruck bekommen haben, diese Stadt läge nun in Schutt und Asche. Das ist falsch. 

Diesen Bilder möchte ich etwas entgegensetzen, das auch da war. Wenn auch zu unspektakulär für BILD, FAZ, WELT und Konsorten.



12:55 Uhr:
Am der südlichen Mainufer, zwischen "Gerbermühle" und den Bootsclubs

12:56
Lieblich schimmern die Türme der EZB (Baukosten ca. 1,3 Milliarden Euro) in der Frühlingssonne.

12:56
Bei den Bootsclubs am südlichen Mainufer auf Höhe der EZB

12:56
dito.

12:58
Die neue Brücke auf der Höhe der EZB. Sie ist von Polizeiautos gesperrt.

13:00
Die neue "EZB"-Brücke. Die Treppe ist auch gesperrt, die Fahrradrampe ist befahrbar.

13:02
An der neuen "EZB"-Brücke auf der Main-Südseite, "Deutschherren-Ufer".
Die Straße sieht auch gesperrt aus. Sie ist die Verbindungsstraße zwischen Offenbach-Kaiserlei und Frankfurt.

13:03
Die Deutschherrn-Brücke (Eisenbahn) über den Main. Sie ist für Fußgänger*innen gesperrt.

13:03

13:04

13:06
Weiter Richtung Westen, Blick nach Norden: 2 Polizeibötchen.

13:07
1 Polizei-Helikopter

13:08
Sachsenhäuser Mainufer an der Flößer-Brücke: 9 Polizeiwagen

13:10
Die Flößer-Brücke

13:13
dito.

13:14
Flößer-Brücke: Passant*innen mit Wasserwerfer

13:15
Flößer-Brücke: Hier dürfen wir ...

13:15
... nicht weiter.

13:16
... also zurück über den Main nach Sachsenhausen.

13:20
In der Mitte noch ein Polizei-Bötchen vor lieblicher Kulisse.

13:22
Diesmal klappts: Mainüberquerung via Ignatz-Bubis-Brücke

13:23
Mainkai, Einmündung Lange Straße

13:23
Mainkai Richtung Westen

13:27
dito

13:28
Mainkai: Na ja, nicht so originell, Polizeikräfte "Bullen" zu nennen. Aber die Message ist ja richtig.
Und: es ist auch nicht originell, Demonstrierende generell als "linke Chaoten" zu titulieren.

13:29
Erste kleine Demo am Mainkai, einschwenkend in die Kurt-Schumacher-Straße

13:29
dito

13:29
dito

13:30

13:30

13:30
Freihandels-Abkommen sind eine idiotische Sache.
Leider verstehen dies bundesdeutsche Wirtschaftsminister nicht so ganz.

13:32

13:32

13:33
Kurt-Schumacher-Straße

13:33

13:34
"Sparen bis der Arzt kommt" ist bei Volkswirtschaften auch eine idiotische Idee.

13:34

13:34

13:35

13:35

13:36
Griechischer Frühling

13:41

13:41

13:41

13:42

13:42

13:42
Solidarity is Sexy

13:34
Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme

13:47
Am Römberberg. Menschen sammeln sich für die folgenden Kundgebungen.
Stimmung: kirchentagsartig.

13:47
dito

13:48
dito

13:50

13:50
Noch ist die Bühne leer.

13:51

13:52

13:56
Das ist wirklich ... EIN REGENBOGEN!!
... am blauen wolkenlosen Himmel ...

14:01
Das ist übrigens der Frankfurter Römer, das Rathaus der Stadt

14:01
Die Nicolai-Kirche am Römerberg.
Brutzeln in der Sonne

14:01

14:06

14:06
Es wird immer voller ...

14:07
Jetzt tut sich was auf der Bühne.
Es treten diverse Redner*innen auf, die jeweils in Deutsch/Englisch, je nach Bedarf übersetzt werden.

14:07

14:09
Mal ein bisschen herumspazieren. Es ist eng, aber es geht

14:10
Nebenan in der Braubachstraße

14:11
Vor der Paulskirche: in diesen Uniformen muss *man mächtig schwitzen

14:14
Blick von der Braubachstraße auf den Römberberg

14:16

 
14:17

14:24
Ausgelassener Mensch tanzt zu den griechischen Musikdarbietungen auf der Bühne

14:31
KEIN FAKE:
Kleiner Gruß an die Politik der TROIKA

15:03
Fulminante Aussicht aus dem 2. Stock der Kneipe "Römer-Bembel"

15:03
dito

15:03
PS. Ein "Bembel" (= hessisch) ist ein grauer Krug aus Steingut, mit dem Apfelwein ausgeschenkt wird.

15:28
Im "Römer-Bembel": Treffpunkt des Netzwerk Care Revolution

15:56
Es spricht Sahra Wagenknecht, stets mondän gekleidet.
Hier ihre Rede auf YOUTUBE

15:56
Bei dieser Sonneneinstrahlung könnte ein Glas Apfelwein verheerende Folgen haben!

15:57

16:28
Es spricht Naomi Klein (kanadische Kapitalismus.Kritikerin)
Hier ihre Rede auf YOUTUBE

16:57
Und jetzt geht gleich die große Demo los, an der Berliner Straße, Ecke Paulsplatz.
Es sind dann so läppische 20.000 Menschen.
Nicht wirklich nachrichtenrelevant.
Es hat ja auch nichts gebrannt.

Das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN ist natürlich auch dabei :)

16:58

16:59
Krass pünklich geht es los. Typisch "linke Chaoten"
Gruppen von Frauen führen den Demonstrationszug an.

17:00

17:00

17.01
Im Gegensatz zu diversen gewaltbereiten Gruppen (in oder außerhalb des Staatsdienstes)
ist die CARE REVOLUTION ziemlich bunt.

17:10
Im Hintergrund: Vermummte!

1/.13
... im Hintergrund noch mehr Vermummte. So sieht De-Eskalation aus.

17:21
Konstabler Wache. Noch mehr De-Eskalation.

17:22
... man kann gar nicht genug de-eskalieren. Ich fühle mich völlig sicher!

17.29
Trotz der Vermummten: Ziemlich gute Stimmung.

17:30
Ecke Kurt-Schumacher-Straße/Bleichstraße:
es gibt Wasserwerfer in ...

17:31
... verschiedenen Farben.

17:31
... weshalb gibt es eigentlich keine Wasserwerfer in Pink :(

17:34
Also echt! Schon wieder diese Vermummten!

17:36
Einfach verdrängen, dass es so etwas wie Pfefferspray überhaupt gibt.
Einfach weitergehen und lächeln.

17:37
... NOCH sicherer fühle ich mich, wenn voll aufgerüstete Polizeikräfte in kleinen Trupps an mir vorbei joggen.

17:44
Auch Polizei-Rüstungen haben unterschiedliche Farben.
Wahrscheinlich, wenn sie aus unterschiedlichen Bundesländern kommen.
So wie heute. "Pink" war aber wieder nicht dabei. LANGWEILIG!

17:44
Die Demonstrierenden sind da farblich wirklich aufgeschlossener.
Wir nähern uns dem Eschenheimer Tor.
Aber wo bleibt denn nun die SPUR DER VERWÜSTUNG von heute morgen,
die sich angeblich durch die ganze Stadt zieht??

17:58

17:59

18:02
Gleich ist das Ziel erreicht ...

18:05
... der Platz vor der ALTEN OPER am Ende der "Fressgass"

18:08

18:15
Wir sind jetzt langsam sehr müde

18:22
Rechts im Hintergrund die hübschen Türme der DEUTSCHEN BANK.

18:25
Man kann eine Demo übrigens nicht einfach so überall verlassen.
Man muss da schon Umwege machen. Lästig.
Aber mit Polizei-Rüstungen möchte man ungern diskutieren, also, was soll's?

18:48
Rückweg via Bleichstraße zur Konstabler Wache. Es fahren ca. 15 Polizeiwagen vorbei ...

18:49
... und rechts am Rand, das sind natürlich auch, äh, Polizei-Fahrzeuge.

18:49
... und noch eins.

18:49
... und noch welche.



DAS WAR'S ALSO aus dem VÖLLIG VERWÜSTETEN Frankfurt.
Wie *man sieht. NICHT.





* GUTE NACHT *