Mittwoch, 30. Januar 2013

Aus der Deckung in der U-Bahn

Ende Januar 2013 in der U-Bahn einer mittleren deutschen Großstadt. In den Medien brodelt die „Debatte Alltagssexismus“, irreführenderweise auch als Brüderle-Debatte bekannt. Wir steigen in die U6 nach Dingsheim, setzen uns an einen Fensterplatz und zücken zwei Artikel, die wir uns extra aus dem Internet ausgedruckt haben, weil wir sie noch mal sorgfältig lesen wollen (Es sind dies: „Prüder in Waffen“ von Claudius Seidl (FAZ), sowie „Das Alpha-Mädchen kommt aus der Deckung“ von Katja Kullmann (Deutschlandradio Kultur).

Wir lesen also, und streichen uns den einen oder anderen Satz an. An der übernächsten Station setzt sich ein männlicher Fahrgast neben uns. Automatisch haben wir den Reflex, das, was wir da lesen, halb zu verdecken; weil, wir wollen ja niemanden erschrecken, oder scheel angesehen werden („Ihhh, Emanze!“). Aber dann fällt uns rechtzeitig ein, dass dies ja nun total blöde wäre. Genau darum geht es ja: aus der Deckung zu gehen. Und so lesen wir "ganz normal“ weiter; der Fahrgast äugt auch tatsächlich herüber, um zu sehen, was wir lesen. So, wie wir es umgekehrt auch täten. Aus Neugierde eben. Ob er Brüderles Konterfei auf dem einen Artikel erkennt (es ist schwarz-weiß); oder das FAZ-Logo? Wir können nur spekulieren: vielleicht, vielleicht auch nicht. Möglich wäre es. In den letzten Tagen ist das Thema ja sehr präsent, da sind die Menschen möglicherweise schon sensibilisiert.

Jedenfall: Als unsere Haltestelle naht, stecken wir die Artikel schon mal zurück in die Tasche. Die U-Bahn hält. Noch ehe wir überhaupt Anstalten machen, aufzustehen, steht unser Sitznachbar zügig auf. Um uns vorbeizulassen. Also, von alleine. Ohne dass wir sagen müssten: „Äh, Tschuldigung ...“. Er steht AUF, und dreht sich nicht bloß zur Seite, wie die meisten (was in der Regel reicht, um einigermaßen bequem aussteigen zu können). Wir bedanken uns höflich, gehen an ihm vorbei und steigen aus.

Und denken unwillkürlich: dass der Fahrgast vielleicht gesehen hat, was wir da lesen. Was das Thema war. Und dass er dachte: „Oha! Bei so einer heißt's aufpassen!“. Der Gedanke drängte sich uns auf; wir konnten nichts dafür: wir mussten Grinsen.

Vielleicht war es ja auch nicht so. Vielleicht ist dieser Mensch immer so höflich und aufmerksam. Was natürlich noch besser wäre. Aber der andere Gedanke hätte uns auch gefallen *zwinker* Vielleicht hat das was mit diesem Machtgefühl zu tun, von dem in Katja Kullmanns Artikel in so positiver Weise die Rede ist. Dieses Machtgefühl hätten wir halt gerne auch mal. Und dafür müssen wir wohl öfter raus aus der Deckung.

P.S. "wir" ist in diesem Falle überhaupt nicht analytisch oder reflektiert; sondern eine Art literarisches Ich. Ein Majestatis Pluralis. Eine kleine Selbstermächtigung.

P:S: Ja. Gemeinerweise haben wir den Artikel von Claudius Seidl nicht verlinkt. Weil wir ihn nicht wirklich zielführend fanden.

Montag, 28. Januar 2013

Das mit dem „Wehrt Euch!"

In Zusammenhang mit der Antisexismus-Debatte der letzten Tage, und des darauf installierten TWITTER-hashtags #aufschrei gab es auch Stimmen, die die Aufforderung „Wehrt Euch!“ nicht nur zielführend fanden. Das sei eben auch ein Nicht-Ernstnehmen von Opfern sexueller Übergriffe, die sich aus diversen Gründen nicht gewehrt hatten/wehren konnten. Dies war jedenfalls der Kausalzusammenhang, so wie ich zum ersten Mal drauf stieß.

Und ich fand das unmöglich! Wie konnte man bloß so eine Kausalität herstellen? Das würde ja bedeuten: das "Sich-Wehren" nicht zu propagieren. Nicht propagieren zu dürfen. Und letztlich stillzuhalten, um lediglich in kleinen, privaten Räumen, und seien sie auch im Internet, über die gesellschaftlichen Hintergründe zu theoretisieren. Dann aber nicht mehr auf die Straße zu gehen.

Mittlerweile habe ich darüber gegrübelt; und meine Einstellungen und Empfindungen haben sich erweitert. Da diese vielleicht nicht so zusammenhängend sind, will ich versuchen, sie als einzelne Gedanken zu formulieren.

01. Ich möchte mich wehren. Weil ich nicht mehr verschüchtert durch die Welt gehen will. Ich will das nicht mehr. Und ich würde auch gerne andere dazu ermuntern.

02. Vielleicht habe ich noch nie etwas „wirklich Schlimmes“ erlebt; sondern nur milliardenfache kleine sexistische, übergriffige Sprüche und Gesten. Und dagegen will ich mich wehren. Nämlich in den konkreten Situationen. Aber nicht nur da. Auch hier, wenn ich so einen Text schreibe. Oder wenn ich etwas zu #aufschrei beitrage. Oder oder oder.
Vielleicht habe ich aber auch so schlimme Dinge erlebt, dass ich das Gefühl habe,  für so was keine Kraft mehr zu haben. Und weil ich von diesem ganzen Mist nicht mal mehr etwas hören und lesen will. Weil ich es überhaupt nicht mehr ertrage. Weil es immer wieder hochkommt. Und dann kommt so eine daher, und schreit: „Wehr Dich!“. Als ob das so einfach wäre.

03. Ich merke also: es kommt immer drauf an, wer ich bin. Was ich erlebt habe. Wie ich etwas wahrnehme. Eine Binsenweisheit. Die meistens vergessen wird.

Ein Aufruf wie „Wehrt Euch!“ kann also ankommen wie:
– Wir (Du und ich und alle, die wir kennen), wir wollen uns das nicht mehr bieten lassen, und wir vernetzen uns nun, und wir wehren uns in konkreten Situationen. Wir werden nicht mehr still sein. Und wir möchten andere dazu ermutigen.

Es kann aber auch ankommen wie:
– Frau muss sich auch schon wehren! Sie hat auch Eigenverantwortung. Denn so ist die Welt nunmal! Da kann frau nicht erwarten, dass die sich ändert. Das muss frau nun mal alleine und selber lösen (und gesellschaftliche Zusammenhänge und Machtverhältnisse sind dabei wurscht. Nee, die gibts gar nicht. Haben wir noch nie von gehört.)

Oder es kann ankommen wie:
– Warum hast du Dich denn nicht gewehrt? Ja, da musst Du Dich nicht wundern! Da bist Du ja auch nicht ganz unschuldig dran. Männer können ja nunmal auch keine Gedanken lesen.

... also, je nachdem halt. Was man/frau gerade wahrnimmt. Da schwingt dann eben nicht nur Selbstermächtigung mit. Sondern auch: der neoliberale DO-IT-YORSELF-Impuls, der Machtverhältnisse leugnet. Und das beliebte Victim-Blaming: "Selber Schuld!".

... DAS hatte ich bei meiner ersten Reaktion nicht mitgedacht, jedenfalls nicht bewusst.

Und das würde ich nun gerne alles integrieren. Ich weiß nicht, ob mir das sprachlich gelingt, ich versuche es:

"Wehren wir uns. Gegen Übergriffe aller Art. Pragmatisch. Und auf theoretischer Ebene. Wir wollen nicht nur die Phänome, sondern auch die Ursachen aushebeln. Beides eben. Und wir wollen uns dabei gegenseitig dabei unterstützen. Denn vielleicht sind wir selber schwach/entmutigt und brauchen Unterstützung."

Ja. So fürs erste.

"Solidarity is the new sexy, yeah." *

* das Schlusswort aus Katja Kullmanns Rasenden Ruinen.

Alltagsseximus: Verständnis war gestern.

Es gibt da diese weit verbreitete reaktionäre Annahme, Frauen seien von Natur aus besonders verständnisvoll; dem ist natürlich nicht so. BOUTIQUE VRENI TM z.B. freut sich im Augenblick wie die Schnitzel (siehe Statement von gestern, 26.1.2013), dass das Thema „Altagssexismus" endlich mal großflächig aufs Tapet kommt. Weil, sie hat für diesen ganzen Mist, diese sogenannten "Lappalien" ÜBERHAUPT kein Verständnis mehr.

Und das tolle ist: ganz viele andere haben auch keins mehr. Da gibt es z.B. die famose Aktion #aufschrei: ein sogenannter "hashtag" auf TWITTER, der dazu aufruft, eigene Erfahrungen mit Alltagssexismus zu sammeln und öffentlich zu machen. Da wir nicht auf Twitter sind, und uns demensprechend nicht direkt beteiligen können, machen wir das nun einfach auf diesem Wege. Mittlerweile hat die Mit-Initiatorin, Nicole von Horst, eine weitere Seite eröffnet, für NON-Twitters.


Und fangen mal an zu sammeln.

*
NACHTRAG VOM 30.1.2013:Die folgenden Beispiele sind alle selbsterlebt, von mir selber, oder eben mir zugetragen. Es ist eine lose Sammlung. Bei der es um konrete unangenehme Situationen geht, von "nur" aufdringlich bis bedrohlich. Aber auch um Alltagssprüche und Dialoge, die aufzeigen, wie es in unseren Köpfen ausschaut.
*

! Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, wenn Sie uns ebenfalls Ihre Alltagserfahrungen mitteilen; wir freuen uns auch über pragmatische Lösungsverschläge, wie in entsprechenden Situationen schlagfertig reagiert werden könnte. !

Und, durchaus angebracht auch hier, eine TRIGGER-WARNUNG : denn es ist auch verständlich, dass man sich nicht immer wieder so einem Mist aussetzen will.


LOS GEHT`S

# Ein Mann raunt mir auf dem Gehweg im Vorbeigehen "Hallo, Schöne Frau" oder ähnliches zu. (Immer wieder mal).

# Auf dem Wochenmarkt: Ich, ein Bekannter und dessen Freund. Eine Freundin von mir geht in einiger Entfernung vorbei und winkt mir zu. Der Freund des Bekannten schaut ihr hinterher: „Hm, geile Titten!" (2012)

# Private Grillparty: Bisher sind zufällig nur weibliche Gäste anwesend. Zwei Frauen unisono und ohne einen Hauch von Ironie: „Wir brauchen einen Grillmeister! Ein Mann muss her!“ (2012)

# Mehrere Frauen unterhalten sich über einen Mann, der in mindestens vier Fällen (einschließlich gegenüber den anwesenden Frauen) übergriffig geworden war (z.B. er steckte ganz spontan und "vertraulich" einer Frau die Zunge ins Ohr).
Eine der Frauen schließlich: „Na, ja, der macht sowas ja jetzt nicht mehr; der hat ja jetzt eine Freundin." (ca. 2004)

# Eine Frau auf Facebook unter einem Thread, der „die Sache“ mit Rainer Brüderle kritisch thematisiert (sinngemäß): „Jetzt kriegt Euch mal wieder ein! Wir sind doch nicht in Indien!“ (Jan. 2013)

# Mathematiklehrer an einem Gymnasium: „Frauen können halt kein Mathe.“  (80iger Jahre)

# 5. Klasse Gymnasium:  Eine Schülerin trägt ein Oberteil, das auf dem Rücken etwas weiter ausgeschnitten ist. Der Klassenlehrer: „Hehe, wie wär's, wenn du das mal andersrum trägst!“ (ca. 1981)

# Alpenvereins-Hütte in den Bergen, mehrere Familien haben sich gerade bei der Jaus'n kennengelernt. Der 23-Jährige Sohn der einen Familie überredet die 15-Jährige Tochter der anderen Familie, sich draußen zu zweit ein abgeschiedenes Plätzchen zwischen den Latschen-Kiefern zu suchen. Dann beginnt er, ihr wie selbstverständlich an die Wäsche zu gehen, was diese abwehrt. Später stellt sich noch heraus, dass im Talort die Freundin des 23-Jährigen wartet. (1995)

# Frauenfußball-WM 2011. Ein Mann erzählt schmunzelnd, wie seine Nachbarn am Ende eines Spiel lauthals johlend nach ”Trikot-Tausch" verlangt hätten.

# Ein Mann meint, dass ALLE Frauen nur darauf aus seien, sich einen Mann zu "angeln", der mehr verdiene. (2012)

# Ein Mann erzählt schmunzelnd von einem Freund, der immer so herrlich unkorrekte Sachen von sich gäbe, wie „Frauen wollen halt immer nur Shoppen gehen.“ (2012)

# Eine Künstlerin macht in einem Off-Space eine Performance. Dabei ist ihr unbekleideter Körper via Body-Painting mit Farbe angemalt. Ein Mann im Publikum empört (sinngemäß): „Ja, die kann doch da nicht einfach nackt herumtanzen! Das muss doch klar sein, dass ich da drauf reagiere!" (2007)

# Eine Künstlerin erkundigt sich bei einem Professor einer Kunsthochschule (nebenbei ein nicht ganz unbekannter Künstler) nach den Möglichkeiten für eine Promotion. Der Kunst-Professor fragt sie im Laufe des Gesprächs nach ihrem Alter, und ob sie einen Kinderwunsch habe. Und lässt durchblicken, dass er jedwede Art von Geburtenkontrolle nicht wirklich moralisch gut findet.

# Ein Kunst-OFF-Space, wo regelmäßig Ausstellungen, Konzerte, Performances stattfinden. Bei einer Begrüßungsrede ermuntert der enthuisiastische Haupt-Organisator des Space die Anwesenden mit folgenden Worten zum Mitmachen: „Ihr könnte diesen Raum nutzen wie eine Hure! Benutzt unsere Räumlichkeiten wie eine Nutte!“ (2012)

# Ein Mann, der sonst kaum Fern sieht, zeigt sich anlässlich einer hochgelobten TV-Serie überrascht, dass eine der Hauptdarstellerinnen im wirklichen Leben ja ganz anders aussähe. Seine Beschreibung umfasst u.a. den Begriff „nuttig“. (2013)

# Noch mal eine Alpenvereinshütte in den Bergen. Eine Frau erkundigt sich an der Theke beim Hüttenwirt nach einer Unterkunft, und verlässt dann die Gaststube. Ein anwesender männlicher Gast zum Wirt. „Na, mit der tät ich auch mal die Nacht verbringen, hehe!" (2009)

# Eine Frau erzählt von einer Freundin, die sich nach langen Ehejahren endlich damit abgefunden habe, dass ihr Gatte fremdginge. Die Frau findet das recht vernünftig: „Du weißt ja, wie Männer sind!“ (ca. 2008)

# Ein Mann beschreibt Frauen: ”Röcke. Lange Haare.“ (2012)

# Ein Guesthouse in waldigem Gebirge. Eine Hornisse brummt durch die Küche. Anwesend: ca. 3 bis 4 Frauen und ein Mann. Eine der Frauen zu dem Mann (denn sie namentlich anspricht): „Du musst die Hornisse wegmachen!!!“ (2010)

# Thema: Alleine unterwegs sein, und eventuell von Fremden ansgesprochen werden, von denen man nicht angesprochen werden will. Ein Mann (sinngemäß): „Also, klar, natürlich würd' ich gerne von fremden Frauen angesprochen werden!“ (2012)

# Nochmal das Guesthouse in waldigem Gebirge. Reisegruppe. Ein Mann regt sich brüllend und lautstark darüber auf, dass andere Anwesende angeblich mit Essensresten einen Fuchs angelockt hätten, der garantiert Tollwut habe. Er brüllt so laut und heftig, dass alle quasi verstummen. Als eine der anwesenden Frauen sich über seine unangemessen heftige Reaktion mokiert, entgegnet ihr eine andere Frau (sinngemäß): „Jetzt hör mal auf! So ist er halt!" (wie sich später herausstellt, gibt es in der Gegend keine Tollwut). (2010)

# Einige junge Männer fahren langsam in einem Auto an mir vorbei, und rufen mir lacheln irgendwelche Anzüglichkeiten zu. (weiß nicht mehr)

# Die Hochzeit einer Freundin. Am Mittagstisch nach der Trauung ein Gespräch über Arbeit und Tätigkeiten. Der Schwiegervater der Freundin: „Putzen, das ist doch keine Arbeit für einen Mann!“ (1998)

# Der 4-Jährige Sohn einer Freundin sucht sich Gummistiefel in Rosa aus und geht damit in den Kindergarten. Nachdem ihn einige andere Kinder wegen der Farbe Rosa hänseln, mag er die Gummistiefel nicht mehr tragen. (2011)

# Geburtstag eines 1-jährigen im Familienkreis. Er ergreift ein Päckchen, das aber zufällig für seine Mutter gedacht war, legt es dann aber von alleine wieder zurück auf den Tisch. Das Päckchen ist in Rosa Geschenk-Papier gewickelt. Der Großvater des Jungen: ”Siehste, der hat gleich erkannt, dass Rosa keine Farbe für einen Bub ist.“ (2012)

# Eine Frau erzählt, dass ihr Sohn im Kindergarten viel mit Mädchen zusammen ist. Eine andere Frau, schmunzelnd: „Der wird bestimmt mal ein Womanizer!“ (2011)

# Eine Gruppe von vier Frauen schaut sich den Film MAMMA MIA (das ABBA-Musical) an. Eine der Frauen danach strahlend/schmunzelnd: „Das ist so ein richtiger Film für Mädchen und Frauen!“ (2009)

# Ein privater Filmabend. Vorgeschlagen war ein poetischer italienischer Film. Die Gastgeberin in die anwesende Männer- und Frauenrunde (sinngemäß): „Oder, Ihr Männer, wollt ihr lieber diesen Krimi sehen? Männer mögen sowas doch lieber." (2011)

# Ich alleine im Wald wandern. Zwei Frauen (ca Mitte/Ende 50) fragen mich nach dem Weg, ich gebe Auskunft. Die eine Frau zu mir: „Und Sie sind alleine unterwegs hier? Das ist ja mutig!"
Ich (grinsend): „Nö, wieso denn, es gibt doch keine Wölfe mehr ...“
Die Frau: ”Nein! Aber böse Männer!" (2012)

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... PUH. DIES MAL FÜRS ERSTE.
eine seltsame Welt, in der wir da immer noch leben, wenn Sie mich fragen.
Hatten Sie schon ähnliche absurde, lästige oder bedrohliche Erlebnisse?
Raus damit. Hier. Oder bei obiger Twitter-Aktion. Wo, ist eigentlich egal.
Wenn Sie wollen. 

Und hier noch einige interessante Texte zum Thema:


Antje Schrupp schreibt: „Wie Lappalien relevant werden.“

Sibylle Berg rät vom Nett-Sein ab.

Anke Domscheit-Berg erklärt einem Interviewer sehr geduldig, wie das mit dem Seximsmus im Alltag so ist.

Melusine Barby träumt von einer Welt ohne Herrenwitze.

Claudia Killian hat eine famose Textsammlung zusammengestellt.

Katja Kullmann beschreibt das „strategische Schweigen“.

Anna Blumbach meint: ”Wehrt Euch! Traut Euch!“.

Annina Luzie Schmid meint: alltagssexismus und -rassismus sind dasselbe in grün.

Ein Autor auf "2jetzt.sueddeutsche.de" fasst sich an die eigene Nase.



Samstag, 26. Januar 2013

"es wird gut, es wird besser."

Ich finde es ganz wunderbar, dass Themen wie Alltagssexismus und Alltagsrassismus endlich mal auf breiter Ebene diskutiert werden. Dass es diese Themen auch in die Mainstream-Medien und ins Bildungsbürgertum schaffen (Ja, und dass dann sogar mal eine weitestgehend durch reaktionäre und neoliberale Ansichten "berühmt" gewordene Politikerin wie Kristina Schröder lichte Momente hat). Das zeigt, dass sich was bewegt. Bzw. bewegt WIRD, denn von alleine geht`s ja nicht.

Denn es wird offenbar, dass diese ganzen kleinen Sachen, diese "Lappalien" im Alltag, also diese ganzen Dinge, in ihrer Gesamtheit einfach keine Lappalien sind. Sondern dass sich da eine Denkstruktur aufzeigt, die "wir" vielleicht alle mehr oder weniger "verinnerlicht" haben. Dann wird mir z.B. bewusst, dass ich auf "Sexismen" sehr schnell und emotional und angegriffen reagiere. Weil ich ja "betroffen" bin. Von "Rassismus" bin ich nicht "betroffen". Nicht negativ. Bin ja "weiß". Und da dauert es dann schon ein Weilchen, bis das in der ganzen Tragweite in meinem Hinterstübchen angekommen ist. Dass das dasselbe in grün ist.

Und dass z.B. die SPRACHE eine sehr große Wirkmächtigkeit hat, und unser Bewusstsein bestimmt (auch bei sogenannten "Lappalien"). Davon bin ich überzeugt.
Ich glaube, dass diese ganzen Diskussionen letztlich dazu führen, dass unser aller Leben besser, freier und selbstbestimmter wird. Mit Respekt und Empathie. Es dauert ein bisschen. Aber es lohnt sich. :)

Samstag, 5. Januar 2013

WANDERN / CAMMINARE 2012 / teil 3

BOUTIQUE VRENI TMs Wanderkalender 2012 

Teil 3


Geiselbach, Spessart, August


Burg Frankenstein, Odenwald, September

Altkönig, Hochtaunus, September

Burg Hohenstein, Rhein-Taunus, September

Oberlauken, Hinterer Taunus, Oktober

Lorsbachtal, Südwestlicher Taunus, November

Kronberg, Taunus, November

Berkersheim/Frankfurt, Dezember

Schultheiß-Weiher, Offenbach, Dezember

Langenhein, Südwestlicher Taunus, Dezember

Niedereschbach, nördlich von Frankfurt, Dezember

Kleiner Feldberg, Hochtaunus, Dezember

Hier geht' zu Teil 1
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WANDERN / CAMMINARE 2012 / teil 2

BOUTIQUE VRENI TMs Wanderkalender 2012 

Teil 2


Neuanspach, Hinterer Taunus, Juni

Rimbach, Odenwald, Juni

Greetsiel, Ostfriesland, Juni

Rückersbacher Schlucht, Odenwald, Juni

Merzhausen, Hinterer Taunus, Juli

Brandoberndorf, Hinterer Taunus, Juli

Kühkopf, Altrhein, Juli

Eppstein, Südwestlicher Taunus, Juli

Werlsee, östlich von Berlin, August

Löcknitztal, östlich von Berlin, August

Briesetal, nördlich von Berlin

Karlsaue Kassel, August

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WANDERN / CAMMINARE 2012 / teil 1

BOUTIQUE VRENI TMs Wanderkalender 2012 
Teil 1


Kransberg, Hinterer Taunus, Januar
Großumstadt, Odenwald, Januar



Main bei Frankfurt/Höchst, Januar

Herzberg, Hochtaunus, Januar

Großostheim, Nördlicher Odenwald, Februar

Weibersbrunn, Spesssart, Februar

Les Concluses, Südfrankreich, März

Gebück, Rheingau, April

Bergstraße, Westlicher Odenwald, April

Bergen-Enkheim, Rhein-Main-Gebiet, April

Lorsbachtal, Südwestlicher Taunus, Mai

Altkönig, Vordertaunus, Mai

Königstein, Taunus, Mai

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Freitag, 4. Januar 2013

2013


2013


BOUTIQUE VRENI TM 

WÜNSCHT IHNEN UND EUCH

GELASSENHEIT

SELBSTVERTRAUEN

UNIVERSAL LOVE


... UND STETS GENÜGEND GELD :)


WAS IST WAS : Feminismus

Feminismus. Das ist eines dieser „Gebiete“, zu dem Hinz und Kunz glauben, sich kompetent äußern zu können. Etwa so, wie zu „Kunst“. Doch kann ich tatsächlich eine differenzierte Meinung zu „Kunst“ äußern, wenn ich ausschließlich Picasso kenne; oder zum „Feminismus“, wenn mir niemand anders als Alice Schwarzer einfällt? Boutique Vreni TM glaubt: nein. Und es wäre wünschenswert, erstmal Hausaufgaben zu machen, und sich ein wenig zu informieren.

Z.B. grassieren über das „F.-Wort“ unablässig ermüdende Klischees, wie:
Feministinnen hassen Männer!
Feminismus ist dogmatisch!
Feministinnen haben bloß keinen abbekommen!

Glücklicherweise lassen sich diese schlichten Ansichten sehr leicht entkräften:
* Manche Menschen hassen einander. Da sind sicherlich auch einige Feministinnen dabei. Oder Frauen im allgemeinen. Es gibt auch Männer, die Frauen hassen. und so weiter.
* Manche Menschen sind dogmatisch, leider. Und da sind auch einige Feministinnen drunter. Jene sind nämlich auch Menschen.
* Abgesehen davon, dass nicht jede Feministin/Frau, etc. „EINEN abbekommen“ WILL: generell sei gesagt, dass (Überraschung!) Männer nicht das Maß aller Dinge sind. Denn niemand ist das Maß aller Dinge.
* P.S. Es gibt nicht nur Feministinnen. Es gibt auch (Überraschung!!) Feministen.

Nachdem hoffentlich ein wenig Licht ins Dunkel gebracht werden konnte, was Feminismus NICHT ist, wollen wir nun konstruktiv werden, und enthüllen, was Feminismus unserer Meinung nach IST (Als Überleitung noch mal ein ”NICHT”): FEMINISMUS ist nicht: Jungs gegen Mädchen; sondern bedeutet: bestehende einengende Rollenklischees und Herrschaftsverhältnisse aufzulösen. Damit ALLE Menschen WIRKLICH die gleichen Chancen haben, und teilhaben und tun können, was sie wirklich möchten.

Das heißt auch, dass Feminismus über eine bloße „Gleichstellung“ von Frauen mit den Männern hinausgeht. Denn zum einen sollen „Männer“ nicht mehr als das Maß aller Dinge gelten (siehe oben); und zum anderen stecken auch Männer in Rollenklischees fest: jene bieten diesen zwar ein paar Vorteile mehr, als die Rollenklischees der Frauen (Stichwort: Gender Pay Gap). Aber letztlich sind sie genauso einengend („Ernährer“- bzw. „Karriere-Zwang“.
Gleichwohl halten wir unterstützende Begleit-Maßnahmen (wie Quoten) für nützlich. Diese sind im übrigen ja schon im Artikel 3 des Grundgesetzes der BRD festgeschrieben: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

So siehts aus. Feminismus ist also eine tolle, emanzipatorische Sache, die für ALLE da ist. Und zu einem besseren Leben führt. Dazu müssen allerdings einige liebgewonnene Vorstellungen und auch Privilegien über den Haufen geworfen werden. Aber es ist doch meistens sehr befreiend, mal auszumisten.

Das ist unsere Sicht. Ziemlich subjektiv. Weil, DEN FEMINISMUS gibt's gar nicht (Auch so eine sonderbare Vorstellung.)

FEMINISMUS MACHT DAS LEBEN SCHÖNER :)

zum weiterlesen:
MÄDCHENMANNSCHAFT
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