Montag, 28. Juni 2010

„Bore Out“ – ein neuer Geheimtipp?

Burn-Out ist ja mittlerweile ein alter Hut. Also dieses Syndrom, dass man vor lauter Stress und Arbeit irgendwann nicht mehr kann und dann zusammenklappt. Aber gut ankommen tut's immer noch. Unlängst erst hat die erfolgreiche Kommunikations-Wissenschaftlerin Miriam Meckel ein Buch über ihren eigenen gar nicht so lange zurückliegenden Burn Out geschrieben. (Bleibt nur zu hoffen, dass sie mit dem sofortigen Schreiben eines Buches nicht sofort den Weg für ihren nächsten Burn Out bereitet hat ...)

Das Gute an so einem Burn-Out ist ja, dass man immer sagen kann:„Ich bin zusammengebrochen, weil ich vorher soviel gearbeitet habe.“ .... „WEIL ICH VORHER SOVIEL GEARBEITET HABE.“ Ja, brav! Viel gearbeitet! Das hört man gern. Dann wird ein Burn-Out zu so etwas wie einer Heldentat. Na, dann erholen Sie sich mal gut, bisschen kürzer treten schadet ja nicht. Aber, ne, irgendwann isses auch wieder gut! Dann aber wieder ranklotzen!


Der Bore-Out ist ja, was seine Ursachen angeht, das genaue Gegenteil. Hier führen nämlich Langeweile und Unterforderung im Job zu Krankheitssymptomen wie Schlafstörungen, Depressionen oder psychosomatischen Erkrankungen. Klingt natürlich nicht ganz so gut, wenn man darüber jammert, zu wenig zu tun zu haben, und sich bei der Arbeit zu langweilen. Und dass dies auch noch zu ernsthaften Beschwerden führen kann, das soll noch einer ernst nehmen! Wenn man keine Beschäftigung hat, macht man sich eben welche: z.B. den Aktenschrank umwerfen und alle Akten durcheinanderbringen. Oder mal eben „aus Versehen“ die Festplatte formatieren. Da wird Ihre Unterforderung aber mal ganz schnell in ÜBERforderung umschlagen! Und das prestigeträchtige Burn-Out winkt auch wieder. Bore-Out, Du bist doch was für Faulenzer!

Lesen Sie hierzu auch in Spiegel-Online

Kommentare:

  1. Überfordert zu sein aufgrund von geistiger (!) Unterforderung - das kenne ich noch gut aus der Zeit mit kleinen Kindern zu Hause.

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  2. @karla orange:

    oha! ich wette, das wird dann NOCH weniger ernstgenommen, als das BORE OUT im erwerbsleben. denn letzteres wird immerhin bezahlt.

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