Freitag, 6. Juni 2014

PANIK, LEICHT GEMACHT?


Eben ging ich in der Fußgängerzone an der aktuellen Ausgabe der BILD vorbei. Und musste fast lachen: "Wie schlimm wird die Alters-Armut?" titelt der Deutschen populärste Postille heute. WOW, soviel Panik-Mache in einer Schlagzeile! Das kippt schon wieder über. 

Nein, aber im Ernst: Sprachlich mal wieder ein Kunstgriff der BILD. Das muss man ihr lassen. Dass es für uns alle nichts weniger als SCHLIMM wird, wenn wir mal alt sind, eh klar. Aber WIE schlimm, das ist die Frage! "Schlimmer" geht nämlich immer! Das ist negative Energie in Reinform, die sich uns da vermittelt. Wunderbar! Genau das, was ich hören möchte!

Ich fühle mich gleich wahnsinnig motivert. Und habe nun zwei Möglichkeiten: Entweder versinke ich in furchtsamer Lähmung, wie das Kaninchen vor der Schlange, und mache gar nichts mehr. Oder aber, ich gehe los, und lasse meine Frustration an den "anderen" aus. An diesen "Ausländern", die uns bekanntlich die Arbeitsplätze wegnehmen! An diesen "Sozial-Schmarotzern", die auf meine Steuergelder faul in der Hängematte herumhängen! An diesen "Schwulen", also, die sind ja sowieso, also Sie wissen schon! ... nicht zu vergessen an diesen "Feministinnen", die wollen ja auch nur alles zerstören, Familie und so! ... Ich meine, man wird ja wohl noch Verständnis aufbringen, wenn ich mich verunsichert fühle. Oder?

Oder?

Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht sollte ich, bei all meiner Verunsicherung, lieber mal über eine Therapie nachdenken. Oder ein Coaching. 

Und vielleicht sollte ich mal überlegen, ob es doch mehr als die zwei Möglichkeiten gibt, die ich oben angesprochen habe. Denn es gibt sie. 

Und der erste Schritt wäre eben, über solchen Titelzeilen nur noch zu lachen. Sei es in der BILD, im SPIEGEL oder in der FAZ. 

Und der zweite Schritt: anfangen, nachzudenken: Was kann ich tun? Was kann ich z.B. mit anderen gemeinsam tun? Und mich nicht mehr aus dem "Mangel" herauszudenken, sondern aus der "Fülle", die mir zuteil wird.

Das wär was. Das machen wir.

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