Montag, 18. Oktober 2010

JANE AUSTEN FIGHT CLUB

Vor einigen Jahren las ich in einem Frauenmagazin (Sie wissen schon, wo so Diät-Tipps drin sind, und Rezepte, und dramatische Promistories) einen kurzen Artikel über Sandra Bullock. Darin äußerte sie den Wunsch, dass Frauen sich öfter mal prügeln und miteinander raufen sollten. Männer würden das ja auch tun. Das gefiel mir. Nun wäre ich eher fürs Raufen, denn beim Prügeln werden einem eventuell Zähne ausgeschlagen, und man bekommt was auf die Nase, was sehr schmerzhaft ist. Blaue Flecken hingegen fände ich nicht so schlimm.

"I want you to hit me as hard as you can!"


Nun sehen wir ja in Film und Fernsehen schon seit geraumer Zeit mehr und mehr prügelnde Frauen, die dies berufsmäßig tun, und denen das sichtlich Spaß macht. Ich denke nur an Tomb Raider, KILL BILL oder an das Remake von "Charlies Angels". Und ich muss gestehen, schon das reine Zuschauen bereitet mir große Freude. "Katharsis" nennt man sowas wohl, also dass man sich durch das reine Betrachten abreagiert und von aggressiven Anfällen "reinigt".


Männliche Mitmenschen haben an kathartischem Material traditioneller etwas mehr Auswahl. Irgendjemand scheint offenbar noch immer der Ansicht zu sein, dass Aggression und Gewalt eher Teil der "männlichen" als der "weiblichen Natur" sei (Was letzteres, das mit der "Natur", sein soll, weiß ich auch nicht so recht). Die Milliarden von "Rambos", "Stirb Langsams" und weiß ich was kann und will ich hier nicht aufzählen. Oder den Film "Fight Club", in dem sich Herren zum Spaß heimlich treffen und sich schlagen ...

Aber: die Zeit steht nicht still. Und somit möchte ich Ihnen präsentieren:

den JANE AUSTEN FIGHT CLUB.

Viel Spaß dabei, meine Damen. Und Herren. Und alle anderen.

Kommentare:

  1. Prügeln mag ich auch nicht. Meine Nase ist schon so groß, dass, wenn sie dann auch noch schief wäre, gar nicht mehr gut aussähe. Von daher lass ich das mal. Zum Aggressionsabbau habe ich eine neue Möglichkeite entdeckt. Wo ich vorher immer schreiend und um mich schlagend durch die Wohnung gerannt bin, renne ich nun ans Schlagzeug und dresche mit den Sticks auf die Trommeln, dass ich immer befürchte, entweder sticks oder Trommelfelle zum Bersten zu bringen. Tue ich aber nicht. Aber danach gehts mir gut. Wirklich!
    Liebste Grüße von der zerosista aka GRMieze
    Ich kann also jeder Frau empfehlen, sich ein Schlagzeug zu besorgen und einfach loszudreschen. Wunderbarerer Nebeneffekt: Kostenloses Bizeps- Oberschenkel- und Bauchmuskel-Training!

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  2. Ja, da ist was dran. Schlagen, Raufen, Prügeln ist für Mädchen tabu. (Wobei es ja gerade auch den Jungs aberzogen wird nach der neuen Pädagogik.) Es ist immer die Frage: Woran liegt es, das Mädchen weniger zu körperlicher Gewalt neigen? Gibt es tatsächlich Anlagen? Ist alles Erziehung?

    Gestern mit Sechs und Acht beim Abendspaziergang fingen sie plötzlich an, mit Stöcken auf Maispflanzen einzuschlagen. Die zerrupften Pflanzen wurden achtlos liegen gelassen. Würden Mädchen das genauso tun - oder würden sie tatsächlich eher Äpfel einsammeln, um einen Kuchen zu backen?

    Es ist weiß Gott nicht meine Auffassung, dass Jungs mit Autos und Mädchen mit Puppen spielen sollen. Aber irgendwie ergibt es sich so. Das lässt sich täglich beobachten.

    Ich für meinen Teil könnte einen Fight-Club gut gebrauchen. Allerdings hätte ich Angst vor den blauen Flecken. Vielleicht nehme ich es demnächst ja auch mal mit dem Maisfeld auf.

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  3. ... ich denke, wir alle haben die tradierten vorstellungen von "männlich" und "weiblich" sehr stark verinnerlicht. dementsprechend werten wir alles, was diesen entspricht, als bestätigung; alles, was davon abweicht, wie z.b. eigene gewalttätige gefühle, wird als abweichung wahrgenommen, mit der etwas nicht ganz stimmt.
    ... außerdem neigen wir dazu, aus einzelfällen verallgemeinerungen zu machen.

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