Mittwoch, 23. Mai 2012

"Reden wir über Geld" / Teil II

Sind Sie KünstlerIn, Kreative/r, Kulturschaffende/r? Und sind auch Sie es leid, sich dafür rechtfertigen zu müssen, für Ihre Tätigkeit das wohlverdiente Geld einzufordern? Können Sie Sätze wie "Kunst ist halt Luxus!" oder "Mit Kunst konnte man noch nie Geld verdienen!" einfach nicht mehr hören? 

Dann können Sie endlich aufatmen; denn BOUTIQUE VRENI TM hat einige der unsäglichsten Sätze, denen KünstlerInnen und Kreative permanent ausgeliefert sind, gesammelt. UND: kurze und griffige Antworten dazu entwickelt. 

SCHLUSS MIT RECHTFERTIGUNG UND SCHLECHTEM GEWISSEN!
Heute Teil 2; (zu Teil 1 gehts hier. und zu Teil 3 hier.)


No. 7: "Wir wollen doch mit künstlerischer Arbeit nicht reich werden."
 

Angesichts der Tatsache (laut Künstler-Sozialkasse), dass nur 3% der Bildenden KünstlerInnen von ihrer künstlerischen Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten können, reizt mich dieser oft gehörte Spruch von KünstlerkollegInnen zum lachen. aharhar ...
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No. 8: "Wir machen das ja nicht für's Geld."
 

Nö, "Kunst" machen wir nicht für's Geld. Gleichwohl (Achtung: Binsenweisheit!) brauchen wir Geld zum Leben, und zum KünstlerIn-Sein.

Wenn wir allerdings etwas Kreatives für KundInnen machen, machen wir das schon auch fürs Geld. Denn wir geben den KundInnen ja etwas, was hauptsächlich diese wollen. Und nicht wir. Und das kostet Geld.


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No. 9: "Künstlerinnen und Künstler jammern immer nur."

Eine probate Unterstellung, um jegliche Kritik ins Lächerliche zu ziehen. Reine Polemik, und daher nicht ernstzunehmen.

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No. 10: "Künstlerinnen und Künstler haben sich ihr Künstler-Sein selber ausgesucht, und dürfen sich deswegen nicht beschweren. Sie hätten auch einen anderen Beruf wählen können."

Ist diese Aussage wirklich durchdacht?

1. Es gibt keinen essentiellen Grund, weshalb künstlerische Tätigkeiten schlecht oder nicht bezaglt werden sollten. 


2. Welche Berufe SIND denn ökonomisch garantiert sicher?


3. Wenn alle, die sich nun nicht der Kunst zuwenden, stattdessen die wenigen anderen Berufe wählen, die ökonomisch sicher sind, dann gibt es nur noch ganz wenige Berufsgruppen. Andere Tätigkeiten sterben völlig aus. Ist das sinnvoll?


4. Wenn alle, die sich nun nicht der Kunst zuwenden, die wenigen anderen Berufe wählen, die ökonomisch sicher sind, dann sinkt genau diese ökonomische Sicherheit aufgrund des großen Angebots.


Kurz gesagt: Die Gleichung geht nicht auf.


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No. 11: "Kunst und Kultur müssen sich den gleichen ökonomischen Bedingungen stellen, wie alle anderen auch. Wenn ein Bäcker nicht genügend Brötchen verkauft, geht er ja auch pleite. Und erhält keine staatliche Förderung."

Kann man wirklich ALLE Tätigkeiten dem Prinzip "Verwertbarkeit" unterwerfen? Ich denke nicht: es kann nicht nur darum gehen, dass Produkte erzeugt, und verkauft werden, solange die Nachfrage da ist. Wenn es nur nach Nachfrage geht, wird irgendwann nur noch seichter Massengeschmack herrschen. Siehe Privatfernsehen. 

Kulturelle und Soziale Aspekte werden verschwinden. Es entstehen keine wirklichen Innovationen mehr. Es droht die Verrohung der Gesellschaft. Im übrigen sollten auch Bäcker, Schuhmacherinnen, Klein-Händlerinnen und Friseure subventioniert werden, wenn sie klamm sind. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

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FORTSETZUNG FOLGT, SOBALD DIESE ANTWORTEN ALLESAMT
AUSWENDIG UND/ODER EIGENTSTÄNDIG ERGÄNZT WORDEN SIND!


UND HIER NOCH MAL TEIL 1

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