Mittwoch, 1. Juni 2011

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, SOPHIE ROIS!

Heute, am 1. Juni, feiert die österreichische Schauspielerin ihren 50. Geburtstag.

Schon vor ca. 25 Jahren nach Piefke-Land, namentlich Berlin ausgewandert, wurde Sophie Rois in den frühen 90er Jahren festes Mitglied der Volksbühne und hat diese, zusammen mit u.a. Christoph Schlingensief und René Pollesch wesentlich geprägt.

Zum ersten Mal sah ich Rois als dreiste Dienstmagd in dem "Neo-Heimat"-Film "Die Siebtelbauern" von 1998, dann als Erika Mann in der semi-dokumentarischen TV-Serie "Die Manns". Zuletzt war sie als Hanna Blum in Tom Tykwers "Drei" zu sehen, wo ausnahmeweise mal eine tatsächliche Dreierbeziehung ausprobiert wird.

Aber Sophie Rois spielt nicht nur interessante Rollen. Sie sagt auch kluge Sachen. Wie z.B. in der aktuellen Ausgabe des Missy-Magazins

Hier tritt sie erstmal allen Biologist*innen in den Hintern (also Leuten, die denken, dass Mädchen von Natur aus auf Rosa stehen, während Buben von Natur aus gerne mit Stöcken auf Dinge einschlagen):
”Jungs spielen Jungs nach, als Mädchen spielt man andere Mädchen nach. Man wird ja nicht Mädchen, weil man das XX-Chromosom hat, sondern sieht, wie es die anderen Mädchen machen. Ich glaube nicht an das genuine Selbst."

Dies freut uns und ebenso Simone De Beauvoir, die das so ähnlich schon 1949 formuliert hat.

Und was Sophie Rois auch noch so richtig "anzipft", ist die Idee von der "Frau, die alles immer ein bisschen besser weiß. Frauen, die mit einer leichten Überlegenheit in der Ecke stehen, während der Mann der asoziale Trottel sein darf" ... dieses Konstrukt entlarvt Rois sehr scharfsinnig als Methode, jemanden kaltzustellen ("Unterdrückung durch Überhöhung" nennt das auch der Literaturwissenschaftler, und Kulturtheoretiker Klaus Theweleit). Dies milde, überlegene Frauen-Bild birgt nämlich so manchen Nachteil: "Wenn du dich dann als Frau aufregst, in Fahrt kommst, dann bist du hysterisch." ... und nur allzugerne wird dann mit zweierlei Maß gemessen: "Wenn Männer auf die Kacke hauen, ist es eine beeindruckende Geste von Autoriät."

Ist also alles gar nicht so "natürlich", wie wir uns da immer so verhalten. Und es ist eine feine Sache, das immer mal wieder zu hinterfragen. Weil das nämlich sehr befreiend sein kann.

Und übrigens:
"Hysterie ist eine wahnsinnig wichtige Energie."

Also, dann, Sophie, feier noch schön und betrink Dich ordentlich!

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