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LUSTIGE GRABSCHER - Klaas & Joko erfinden den Humor neu oder so ähnlich.

Letzte Woche erreichte deutscher Humor mal wieder einen neuen Schenkel-Klopfer-Höhepunkt: Klaas & Joko, die beiden Jung-Helden von ZDF - neoParadies machen die Berliner Funkausstellung unsicher. Und, ja, schon alleine der gekonnte Einsatz von "Pups-Spray", mit dem sich arglose BesucherInnen und Hostessen irritieren lassen, sprüht vor Witz und Esprit. Schon das reicht für einen Humor-Nobelpreis, meinen wir! Aber es kommt noch besser: die beiden jungen Herren müssen in ihren Sendungen auch stets total witzige Aufgaben erledigen, so wetten-mäßig. Und bei der Wette, die in der besagten Sendung von Anfang Oktober zu sehen ist, wäre Thomas Gottschalk vor Neid grün und gelb angelaufen; warum war ihm das nicht eingefallen!: Joko soll, vor laufender Kamera, einer Messe-Hostess an die Brüste und an den Hintern fassen, einfach mal so, ganz spontan ... mal sehen, wie DIE dann reagiert, haha hoho hihi! ... gesagt, getan: ziehrt sich der junge sensible Mann zunächst noch, so obsiegt ...

Einige Tage im Mai ... BLOCKUPY in Frankfurt/Main

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BLOCCUPY IM MAI ... Das war dieses lange Wochenende vom 16. bis zum 19. Main in Frankfurt am Main. Aus Furcht vor gewaltbereiten Demonstrierenden wurden Polizeiaufgebote sogar aus angrenzenden Bundesländer angefordert. Zwei Haltestellen des Öffentlichen Nachverkehrs wurden vorübergehend stillgelegt. Geschäfte wurden mit Brettern zu genagelt ... Sehen Sie selbst im Folgenden erschütternde Bilder von gewaltbereiten handgemachten Pappschildern; gewaltbereiten Clownsmützen; gewaltbereiten Trommeln. Die Gewaltbereitschaft erreichte Ausmaße, wie sie sonst nur an Kirchetagen zu erleben sind! Oder an Kindergeburtstagen! (Es waren 20.000 bis 25.000 Menschen zur Demonstration gekommen. Es passierte: Nichts.)    

BABY I'M A STAR!

Andy Warhol, re-discovered Andy Warhol ... das ist nun einer der bekanntesten Künstler überhaupt ... ein alter Hut, und Mainstream sowieso ... unlängst sahen wir uns dennoch den ersten Teil einer Doku auf ARTE an (Und wir sehen uns SELTEN Sendungen über KünstlerInnen an; weil diese zur absoluten Klischeehaftigkeit neigen; und meist bis zum Erbrechen die Geniehaftigkeit und das Aus-Dem-Alltäglichen-Gefallensein der besagten KünstlerInnen beschwören. Und eine Autarkie und einen Künstler-Mythos erzeugen, die mit der Realität selten übereinstimmen.) Nun, diese Doku war teilweise nicht anders; besonders zu Anfang kamen Kunstkritiker zu Wort, die uns die geniale Arbeit des Künstlers erklären wollten. Glücklicherweise ging es dann rasch über in die biografischen Hintergründe des warholschen Lebens. Was in der Tat interessanter war, worauf wir hier aber gar nicht groß eingehen wollen. Worauf wir eingehen wollen, ist, dass wir (klingt jetzt überkandidelt) den Künstler und die Person...

Gemeinweisen abschalten?

Das Berliner Manifest von HABEN UND BRAUCHEN Es gibt sie doch! Kulturschaffende, die sich nicht in Affirmation und Selbstausbeutung gefallen, sondern den Mund aufmachen: Die seit 2011 in Berlin tätige Aktionsgruppe HABEN UND BRAUCHEN hat ein tolles Manifest verfasst über die Situation von Kulturschaffenden. Hier wird aufgeräumt mit dem immer noch vorhandenen romantisierenden Künstler-Mythos. BOUTIQUE VRENI TM hat als Appetizer einige Zitate aus dem Manifest zusammengestellt, die garantiert Lust auf das Ganze machen. Unbedingt lesen. "Unserer Meinung nach brauchen Kulturschaffende heute zuallererst eine Absicherung ihrer Produktionsbedingungen (und nicht notwendigerweise eine neue Kunsthalle)" "Was in der Kunst Gestalt annimmt, ist somit ein kollektiver gesellschaftlicher Prozess, der alle betrifft. Diese Bedeutung von Kunst leugnet, wer sie in den Bereich des privaten Konsums abdrängt oder als rein wirtschaftliches Spekulationsobjekt behandelt" "Die ...

"DARF MAN DAS?"

Er tut`s schon wieder! Auch in diesem Sommer schreibt Deniz Yücel in der taz wieder seine Fußball-Kolumnen . Und diese, ihres Zeichens allerbösartigste Satire, schmeißen so ziemlich alle Ressentiments und kleingeistigen Vorurteile zusammen, die mensch sich nur vorstellen kann: Rassismus, Sexismus, Homophobie, Alters-Feindlichkeit, alles, was Sie wollen ... und dies in derart überspitzter Form, dass man so manches Mal laut loslachen muss (Wenn z.B. bemäkelt wird, dass Birgit Prinz mal wieder "unsere" Nationalhymne nicht mitsingen mag, und zudem noch ein verkniffenes Gesicht zeigt). Dann wieder bleibt einem das Lachen im Halse stecken : die reine Quantität dieser unappetitlichen Anhäufung von Stammtisch-Weltsicht lässt es einem buchstäblich hochkommen. Die Fußballerinen sind dann allesamt entweder "süße Babes" oder "Lesben mit schlechten Frisuren"; die nigerianischen Spielerinnen werden zu "Nigerinnen"; Birgit Prinz wird zu "Oma-Prinz...

BEGEISTERUNG?

Es ist 2011, und es ist wieder Fußball-WM. Die Frauenfußball-WM. Richtig viel Aufmerksamkeit bekommt sie, sogar ein Panini-Heft gibt es, zum ersten Mal mit Fußballerinnen und ich hab mir endlich eins gekauft. Natürlich bekommt sie nicht so viel Aufmerksamkeit wie eine normale Männer-WM; kaum Fahnen seh ich aus Fenstern und Autos ragen, Flachbildfernseher in jeder Eckkneipe sind Fehlanzeige, und die Spieltermine sind auch suboptimal; wer hat schon unter der Woche um 14 Uhr Zeit und Muße, Fernsehen zu gucken. Abendspiele gibt es wenige, und einige sind dann auch noch auf die Sparten-Sender ZDFinfo und Einsfestival geraten (Das muss in zwei Jahren anders werden, meine Lieben). Aber dass das alles zwar schon viel besser, aber noch lange nicht optimal bzw. in der Gesellschaft angekommen ist, geschenkt. Es überrascht nicht, auch wenn mensch es im Auge behalten und daran arbeiten muss. Was jedoch ein wenig überraschend und traurig ist, dass dieses Ereignis auch bei vielen Frauen die Be...

PROTEST-SONG-CONTEST 2011

"Der Protestsongcontest kämpft auch im achten Jahr seines Bestehens gegen all jene Alltagsidiotien an, die ein soziales und friedliches Miteinander zum unmenschlichen und bürokratischen Spießrutenlauf werden lassen." Das Finale am 12. Februar 2011 im Rabenhof Theater in Wien und live auf Radio FM4 (hier werden vorab auch die 10 Finalsongs vorgestellt)

KÜNSTLERBASHING TEIL 3

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Heute lasse ich mal jemand anders für mich "Künstler-Bashing" betreiben: den Hamburger Künstler Michael Chevalier . In einem Interview mit der TAZ vom 22.10.2010 äußert sich Chevalier kritisch zur politischen Äußerungen diverser Kulturschaffenden wie etwa Isabelle Graw, Daniel Richter oder Dietrich Dietrichsen. "Karl-Marx-Namedropping" sei das, und kaum geeignet, den Kunstbetrieb wirklich kritisch zu hinterfragen; kritische künstlerische Arbeiten würden ohnehin in der Regel vom Kunstbetrieb vereinnahmt. Die einzige Möglichkeit sieht Chevalier darin, sich finanziell unabhängig vom Kunstmarkt zu machen; er selber verdient sein Geld nach eigenen Angaben nicht mit "der Kunst". Zunächst finde ich das einen nachvollziehbaren Ansatz. Ein "Brotjob" kann eine angenehme Basis bieten; ein wenig Grundsicherheit ist eine feine Sache und höchst entspannend. Die Voraussetzung ist natürlich, dass die Bedingungen für diesen Job stimmen. Anständig bezahlt müsste...

JANE AUSTEN FIGHT CLUB

Vor einigen Jahren las ich in einem Frauenmagazin (Sie wissen schon, wo so Diät-Tipps drin sind, und Rezepte, und dramatische Promistories) einen kurzen Artikel über Sandra Bullock. Darin äußerte sie den Wunsch, dass Frauen sich öfter mal prügeln und miteinander raufen sollten. Männer würden das ja auch tun. Das gefiel mir. Nun wäre ich eher fürs Raufen, denn beim Prügeln werden einem eventuell Zähne ausgeschlagen, und man bekommt was auf die Nase, was sehr schmerzhaft ist. Blaue Flecken hingegen fände ich nicht so schlimm. "I want you to hit me as hard as you can!" Nun sehen wir ja in Film und Fernsehen schon seit geraumer Zeit mehr und mehr prügelnde Frauen , die dies berufsmäßig tun, und denen das sichtlich Spaß macht. Ich denke nur an Tomb Raider, KILL BILL oder an das Remake von "Charlies Angels". Und ich muss gestehen, schon das reine Zuschauen bereitet mir große Freude. "Katharsis" nennt man sowas wohl, also dass man sich durch das reine Betrachte...

Quentin Tarantino. Frauenfilmer.

Unlängst sah ich endlich im Fernsehen "Death Proof". Und ich sah meine heimliche These bestätigt: Regisseur Tarantino macht eigentlich Frauenfilme. Die Handlung in einem Satz: pensionierter sadistischer Stuntman bringt Frauen mittels seines "totsicheren" Autos zu Tode, hat sich aber bei der Frauen-Clique um Rosario Dawson arg verrechnet. Nun, ich möchte meine These nicht verallgemeinern. "Reservoir Dogs" habe ich nicht gesehen. "Pulp Fiction" ist ein "Jungs-Film", und "Inglorious Basterds" ist es, der Besetzungsliste nach, auch. Ich beziehe mich in diesem Post auf die Filme Jackie Brown, Kill Bill I & II und den obengenannten Death Proof . Zunächst gilt es natürlich, den Begriff "Frauenfilm" zu klären. Dazu nehme ich zunächst Bezug auf den "Bechdel-Test" von US-Amerikanerin Alison Bechdel: „(...) der zuerst 1985 im Comic-Strip „The Rule“ auftaucht. Eine Person sagt in diesem Comic, dass sie nur F...

GOLDENE WORTE NO. 4: KATE NASH

HEUTE MIT: KATE NASH „ ... es ärgert mich auch, dass Frauen wie Lady GaGa und andere den Begriff [Feminismus. Anm. d. Aut.] verneinen, aber eigentlich doch feministisch auftreten und handeln. Aber wahrscheinlich liegt das daran, dass sie nicht genau wissen, wie sie Feminismus definieren sollen. Für mich heißt Feminismus schlicht: Gleichberechtigung. Natürlich kannst du viel lesen, dich über die Hintergründe unformieren und die Geschichte kennenlernen, aber das ist nicht nötig, wenn du weißt, dass Sexismus existiert. Wenn du an die Gleichberechtigung glaubst und gegen Sexismus bist, dann bist du Feministin. “ KATE NASH in einem Interview mit der Zeitschrift Missy, 3/2010 Und hier ein aktuelles Video :

GOLDENE WORTE NO. 3

HEUTE: ISABELLA ROSSELLINI "Man spricht so viel von den Falten und nicht von der Freiheit , die man gewinnt, nachdem man ein Leben damit verbracht hat, den Eltern, der Berufswelt, oder sich selbst zu beweisen, dass man jemand ist" Interview mit der italienischen Ausgabe der "Marie Claire". Tja, Frau Rossellini ist nicht nur klug, sondern auch noch kreativ und witzig. Hier ihre Video-Reihe Green Porno , in der Rossellini mittels gebastelter Pappkostüme die sexuellen Gewohnheiten in der Tierwelt erklärt. Entzückend! ISABELLA ROSSELLINI'S ALL NEW SERIES ABOUT ANIMAL ATTRACTION

GOLDENE WORTE No. 2

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”Ich muss sagen, es ist erschreckend, was man sich heute anhören muss. Viele Menschen, die bloggen und zu allem ihren Senf dazugeben müssen, lästern auf die mieseste und niveauloseste Art und Weise. Natürlich unter falschem Namen , sodass sie sich dahinter verstecken können. Ich bin absolut dafür, dass jeder frei sagen kann, was er auf dem Herzen hat. Aber wenn ich sehe, wie beleidigend und asozial das manche tun, dann denke ich mir: Was sind das für Menschen?" HEUTE VON: HEIDI KLUM im GALA Interview (10.6.2010) auf die Aussage, einige Fans und Medien bemängelten, dass ”die Mädchen“ nicht hübsch genug seien. Fein. Da hat Frau Klum doch mal einen lichten Moment gehabt! Bei DIESEM Zitat gebe ich ihr ausnahmsweise recht. Zwar kann ich auch ihre "Top-Model-Sendung" als nichts anderes als beleidigend und asozial bezeichnen; aber das heißt ja nicht, dass der Satz da oben nicht stimmt.